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Hackbrett
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Das Hackbrett ist ein Typ einer Kastenzither, deren Saiten mit KlĂśppeln angeschlagen werden. Die KlĂśppel oder Schlägel bestehen aus Holz und kĂśnnen mit Leder oder Filz Ăźberzogen sein. Hackbretter sind Saiteninstrumente, die nach der Art der Tonerzeugung auch zu den Schlaginstrumenten gezählt werden. Zwischen Nordamerika, West- und Osteuropa, dem Mittleren und dem Fernen Osten sind regional unterschiedliche Formen von Hackbrettern verbreitet. Unter der deutschen Bezeichnung âHackbrettâ werden im engeren Sinn Formvarianten verstanden, die in der alpenländischen Volksmusik beheimatet sind.
Contents
⢠Form
⢠Geschichte
⢠Verbreitung
⢠Etymologie
⢠Rockmusik
⢠Jazz
⢠Popmusik
⢠Hochschulen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Form
Das Instrument kann Trapez-, Halbtrapez-, Rechteck- oder Flßgelform aufweisen. Moderne Instrumente haben die Form eines gleichschenkligen Trapezes. Darßber laufen meist ßber zwei Stege Metall-Saiten. Pro Ton sind in der Regel zwei, drei oder mehr Saiten gruppiert, das Hackbrett ist also zwei-, drei-, vier- oder fßnfchÜrig. Die Saiten werden mit Stimmwirbeln gestimmt. Bauart und Auswahl der Schlägel haben eine wesentliche Auswirkung auf die Klangfarbe. Zur Erzielung besonderer Effekte kann man die Saiten auch mit den Fingern zupfen (Pizzicato).
Geschichte
Das Hackbrett kÜnnte aus dem Byzantinischen Reich nach Europa gekommen sein; jedoch gibt es vor der Mitte des 15. Jahrhunderts kaum Hinweise auf seine Existenz. Die älteste bekannte Abbildung, die sich zuverlässig als Hackbrett identifizieren lässt, ist ein Medaillon auf dem Elfenbeindeckel des byzantinischen Melisende-Psalters, der um 1140 datiert wird. Darauf ist KÜnig David zu sehen, der mit zwei StÜckchen ein trapezfÜrmiges Saiteninstrument schlägt. Ein direkter organologischer Bezug zu den erst 300 Jahre später, Anfang des 15. Jahrhunderts, in Mitteleuropa auftauchenden, rechteckigen Hackbrettern ist zweifelhaft. Als eher wahrscheinlich gilt eine eigenständige europäische Entwicklung dieses Typs mit dieser Spielweise.cite-ref-1[1]
Paul M. Gifford (2001) meint, Voraussetzung fßr die Schlagtechnik bei Saiten sei ein gezogener Stahldraht, den es erst seit dem 14. Jahrhundert gebe. Geschmiedeter Draht sei fßr Musikinstrumente ungeeignet, und Darmsaiten ergäben gezupft einen besseren Klang. Ein Einfluss aus dem Nahen Osten liegt allerdings fßr einen der Vorläufer des Hackbretts nahe, das Psalterium. Gifford datiert das Psalterium seit dem 11. Jahrhundert, es wurde aus den genannten Klanggrßnden eher gezupft als geschlagen.
Die Version, die sich in Frankreich aus dem Psalterium entwickelte, wurde auf FranzĂśsisch doulcemèr genannt, dieser Name stammt vermutlich vom lateinischen dulce melos, âsĂźĂes Liedâ oder âlieblicher Klangâ. Im englischen Sprachraum heiĂt das Hackbrett heute noch dulcimer. Anscheinend wurde die deutsche Bauform jedoch populärer als die franzĂśsische.cite-ref-2[2] Zweifelsfrei belegt ist das Hackbrett seit 1370 in einer Reihe mitteleuropäischer Darstellungen als langgestrecktes Bassinstrument, das zunächst mit nur einer, später mit bis zu drei Saiten bezogen ist. Der Korpus des Instruments wurde beim Spielen an der Schulter angelehnt. Dieses mitteleuropäische (deutsche) Hackbrett hat sich aus der string drum, dem tambourin Ă cordes oder Saitentamburin entwickelt, einem mit einem Stock geschlagenen Instrument, oft nur mit einer Saite, das auch heute noch in der Provence von Musikanten gespielt wird, die gleichzeitig dieses Instrument und eine EinhandflĂśte (galoubet) spielen. Daraus entstand das heute Ăźberwiegend gespielte Hackbrett.
Um 1450 werden die Bezeichnungen Dulce Melos (lateinische Traktate), Doulcemer und Hackbrett (1447 in einem ZĂźrcher Ratsbuch) verwendet. Ein Kupferstich von 1470 zeigt ein weiterentwickeltes Instrument, gespielt von einer Dame hĂśheren Standes. Es ist mit vier Saiten Ăźber zwei Teilungsstegen ausgestattet und somit auf eineinhalb Oktaven (diatonische Stimmung) erweitert. âDulce Melosâ ist die Bezeichnung des Hackbretts in der lateinischen Gelehrtensprache des 15. Jahrhunderts. Sie findet sich zuerst in einer unbetitelten Handschrift des Arztes und Astronomen Heinrich-Arnold von Zwolle, verfasst um 1440 in Dijon. Behandelt sind darin Harfe, Orgel, Cembalo und Clavichord. Das auĂerdem erwähnte Dulce Melos sei ein Saiteninstrument, das mit einem Stab geschlagen werde (âcum baculo fit contactus cordarumâ). Die gleiche Bezeichnung kommt auch im âTractatus de musicaâ (verfasst ca. 1460) des Paulus Paulirinus de Praga vor. Danach war das Dulce Melos ein rechteckiges Instrument mit einer SchallĂśffnung, Ăźber dessen Resonanzboden Metallsaiten gespannt waren. Wenn diese mit einem Stäbchen (ligniculo) oder einem Plektrum (penna) angeschlagen wĂźrden, ergäben sich die sĂźĂesten TĂśne und Klänge.
Ein Altarblatt des holländischen Malers Jacob Cornelisz. van Oostsanen bezeugt bereits 1512 die wechselweise SaitenfĂźhrung Ăźber einen Teilungssteg und durch dessen Ăffnungen hindurch. Auch das oben gezeigte Bild von Virdung (1511) lässt diese SaitenfĂźhrung erahnen.
Verbreitung
Unter der Bezeichnung Dulcimer ist das Hackbrett 1470 in England nachweisbar, die amerikanische Variante hammered dulcimer ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts bekannt. Sie unterscheidet sich vom Appalachian dulcimer, einer schlanken, amerikanischen Bordunzither. Das persische Hackbrett Santur wurde im 17. Jahrhundert erstmals dargestellt, sein Name ist jedoch älter. In den 1950er-Jahren fand der Santur Eingang in die nordindische klassische Musik. Das thailändische Hackbrett heiĂt Khim. Ab dem 18. Jahrhundert gelangten mit Schlägeln geschlagene Kastenzithern wahrscheinlich von Europa nach China (Yang-Qin). Eine andere Theorie besagt, dass die iranische Variante des Hackbretts (Santur) den Landweg Ăźber Zentralasien eingeschlagen habe. Dem steht jedoch entgegen, dass die Wirbel des Yang-Qin wie beim europäischen Hackbrett auf der abgeschrägten Deckplatte angebracht, beim iranischen wie beim irakischen Santur jedoch an der Flanke angebracht sind. Von China aus verbreitete es sich weiter nach Korea (Yanggum), Japan (Sangen Dakin), Vietnam und Kambodscha (KhĂŽm).
Das osteuropäische Zymbal (cimbal, cimbalom) ist erstmals Mitte des 16. Jahrhunderts in Ungarn belegt. Es wurde seit 1637 auch von jĂźdischen Wandermusikanten genutzt, die in Prag die bĂśhmische Cymbaltradition anstieĂen. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts brachten Wandermusikanten unterschiedlicher Provenienz das Instrument als Bandura in die Ukraine und nach Belarus. Die Entwicklung des zu seiner Zeit legendären pantalonischen Cymbals 1697 von Pantaleon Hebenstreit fuĂte auf bĂśhmischer Tradition. Es war etwa viermal so groĂ wie das normale Hackbrett, hatte einen doppelten Resonanzboden und verwendete sowohl Metall- als auch Darmsaiten.
1717 fasste das englische Dulcimer an der KĂźste Nordamerikas FuĂ, gleichzeitig wurde es in China als Yangqin (yang ch'in, fremde Zither) adaptiert. Währenddessen fand das Hackbrett in der Gestalt des Salterio (salterio tedesco, wĂśrtlich âdeutsches Psalteriumâ) Eingang in die italienische und spanische Barockmusik. Nach zĂśgerlichen Anfängen kam das Hackbrett im Verlauf des 18. Jahrhunderts in einigen Regionen Ăsterreichs (Kärnten, Salzkammergut, Osttirol und Steiermark) sehr in Mode.
1874 erfand Venczel József Schunda in Budapest das in kßrzester Zeit sehr erfolgreiche Pedalcimbalom in chromatischer Stimmung und einem Saitenaufbau ähnlich dem Salzburger Hackbrett. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelten der Salzburger Tobi Reiser und der Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner ein vollchromatisches Hackbrett ohne Teilungsstege, das zu den 6-plus-6-Instrumenten zählt.
Etymologie
Die in den verschiedenen Ländern gebräuchlichen Bezeichnungen fßr Hackbrett lassen sich in Gruppen ordnen:
1. âHackbrettâ deutet einerseits auf die Schlagtechnik, andererseits auf die Bauform: hakkebord oder hakbord (niederländisch), hakkebraedt (dänisch), hackbräde (schwedisch).
2. Hammered dulcimer ist die Anglisierung von dulce melos und bedeutet âlieblicher Klangâ
3. Auf Schlagtechnik wie bei den Pauken (tympani) deuten: tympanon (franzĂśsisch), timpan oder tiompan (irisch).
Die traditionelle italienische Bezeichnung Salterio Tedesco (wĂśrtlich âdeutsches Psalteriumâ) fĂźr das Hackbrett deutet auf die in Italien verbreitete Meinung hin, das eigentlich gezupfte Psalterium wĂźrde nĂśrdlich der Alpen vorwiegend geschlagen.
Alpenländische Formen
⢠Steirisches Hackbrett: diatonisch gestimmt, mit Quinten- und Bass-Steg. Spielt in der Tanzmusik vor allem als Rhythmus- und Harmonie-Instrument eine wichtige Rolle. Der Quintensteg teilt die darĂźber gespannten Saiten im Verhältnis 2 zu 3. Auf derselben Saite erklingt also rechts etwa ein c, links ein g. Das oben abgebildete Hackbrett von Virdung zeigt 1511 bereits diesen Aufbau. Ăhnlich aufgebaut ist auch das Walliser Hackbrett. Gespielt wird es mit blanken (oder mit Leder belegten) Holzschlegeln.
⢠Slowenisches Hackbrett: ähnlich dem Steirischen Hackbrett aufgebaut.
⢠Osttiroler Hackbrett: diatonisch gestimmt, jedoch hĂśherer und grĂśĂerer Korpus, schwerere Stahlsaiten als das Steirische Hackbrett. Mit kleinen, zusätzlichen Stegen ausgestattet (âSchnellerâ, âPedaleâ oder Leittonscharniere genannt), kann man rasch mit der Hand einen Saitenchor durch VerkĂźrzung um einen halben Ton hĂśher stimmen.
⢠Appenzeller Hackbrett (Schweiz): Beim Appenzeller Hackbrett sind die Saiten zur Hälfte durch einen Steg teils in Quinten und teils in Sexten aufgeteilt und insgesamt chromatisch angeordnet. Es wird mit speziellen KlĂśppeln geschlagen, genannt âRutenâ.
⢠Salzburger Hackbrett: chromatisch gestimmt. FĂźr die Alpenländische Volksmusik vom Salzburger Volksmusikanten Tobi Reiser und dem Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner neu entwickelt (nach Bericht Reiser ca. 1920 bei einem steirischen Holzarbeiter gesehen) und 1927 nach dem Vorbild eines Osttiroler Hackbretts (38 Kilogramm schwer, der Korpus mit Eisenstangen verstärkt) umgebaut: Statt diatonischer hat es eine chromatische Stimmung, bei der die Saiten wie die Tasten bei der Neuklaviatur von Heinrich Josef Vincent angeordnet sind. Statt der blanken Holzschlegel hat es mit Filz belegte. Es findet als leiseres Instrument vor allem in der sogenannten âStubenmusikâ Verwendung.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]
⢠Walliser Hackbrett (Schweiz): Das Walliser Hackbrett ist diatonisch gestimmt mit Quinten- und Bass-Steg. Das Grundprinzip ist gleich wie beim Steirischen Hackbrett. Ein raffinierter Mechanismus ermÜglicht es, zusätzlich die Länge aller Seiten so zu verkßrzen, dass sie einen halben Ton hÜher klingen. So ist es ohne weiteres mÜglich, in allen verschiedenen Tonarten oder auch chromatisch zu spielen.
Kompositionen in der Kunstmusik des 18. Jahrhunderts
⢠Christoph Willibald Gluck schrieb zwei Hackbrett-Partien in seiner Oper Le cadi dupÊ (Der betrogene Kadi, 1761).
⢠Paolo Salulini: Concerto G-Dur fßr Salterio, Streicher und Continuo (1751)
⢠Niccolò Jommelli: Sinfonia G-dur fßr Salterio, Streicher und Continuo
⢠Leopold Mozart setzte in seiner Sinfonia D-Dur Die Bauernhochzeit (1755) das Hackbrett nicht konzertant, sondern zur Erzeugung des bäuerlichen Kolorits ein. Er schrieb an seinen Verleger in Augsburg: âHier ist die âBauernhochzeitâ ⌠Es wäre gut, wenn sie auch ein Hackbrett oder Cymbal darbei hätten âŚâ. In diesem StĂźck sind auch Drehleier und Dudelsack vorgesehen.
⢠Carlo Monza: Sonate C-Dur und G-Dur fßr Hackbrett und Continuo
⢠Melchior Chiesa: Sonate G-Dur und C-Dur fßr Hackbrett und Continuo
⢠Antonio Vivaldi schrieb eine Salterio-Partie fĂźr die Arie âHo nel petto un cor si forteâ seiner Oper Giustino (1724).
Mit der Erfindung des Hammerklaviers, dessen Mechanik das Anschlagen von Saiten mittels eines Hämmerchens ßbernahm, verschwand das Hackbrett fßr einige Zeit aus der europäischen Kunstmusik.
Kompositionen in der neueren Kunstmusik
In einigen Stammregionen des Hackbretts, z. B. Ungarn, Belarus und Oberbayern schrieben und schreiben akademische Komponisten fĂźr das Instrument, zum Beispiel:
⢠Igor Strawinsky (1882â1971): Ragtime und Renard fĂźr Ensembles mit Zymbal
⢠ZoltĂĄn KodĂĄly (1882â1967): HĂĄry JĂĄnos Suite fĂźr Orchester mit Zymbal
⢠GĂźnter Bialas (1907â1995): Kleine Suite (1990) fĂźr 2 Hackbrettspieler
⢠Bertold Hummel (1925â2002): Fantasia poetica (in memoriam Wolfgang Borchert) fĂźr Hackbrett und Viola. â WerkeinfĂźhrung: Werkbeschreibungen Opus 101B
⢠GyÜrgy Kurtåg (* 1926): Kammermusikwerke mit Zymbal
⢠Peter Kiesewetter (1945â2012): Kammermusikwerke mit Hackbrett-Instrumenten; zusammen mit der Interpretin Birgit Stolzenburg (* 1959) und dem Instrumentenbauer Klemens Kleitsch Entwicklung eines Kontrabass-Hackbretts
⢠Roland Leistner-Mayer (* 1945): Trio fĂźr Hackbrett, Klarinette und Violoncello op. 85 (1995), Six aveux d'amour fĂźr Hackbrett solo (op. 93, 1997), Poem VII fĂźr Hackbrett und Viola (op. 96, 1998), Auf dem Abenteuerspielplatz. 14 Hackbrett-Duette fĂźr SchĂźler und Lehrer (op. 100, 1998), Eine musikalische Donaureise. 9 StĂźcke fĂźr Hackbrett-Duo (op. 103, 1999), Fleur parmi Ăpines fĂźr Hackbrett, Klarinette, Viola und Kontrabass (op. 122, 2004), Impromptu fĂźr Herbert Baumann fĂźr Hackbrett und Klavier (op. 118d, 2005), Concertino semiserio fĂźr 4 Hackbretter und BlockflĂśtenquartett (op. 236, 2008), Concertino fĂźr Hackbrett und Streichorchester op. 125 (2005/09); alle diese Werke Leistner-Mayers sind im Schweinfurter Verlag Vogt & Fritz erschienen.
⢠Nikolaus Brass (* 1949): No I (1997) fßr FlÜte, Oboe, Klarinette, Schlagzeug, Hackbrett, Klavier, Violine, Viola und Violoncello
⢠Rudi Spring (1962â2025): Invokationen und andere Kammermusikwerke mit verschiedenen Hackbrett-Instrumenten, zum Teil in naturtĂśniger Stimmung
⢠Vladimir Kuryan schrieb sein Concertino fßr Cembali and Streichorchester fßr die junge belarussische Solistin Alexandra Denisenya um; sie spielte es u. a. beim Wettbewerb Eurovision Young Musicians 2012.cite-ref-5[5]
Rockmusik
⢠Die Mittelalter-Metalband In Extremo ist bekannt fßr den häufigen Einsatz des Instruments.
⢠John Barry hat in der Titelmelodie der Fernsehserie The Persuaders (deutscher Titel Die 2), welche durch das Mitwirken von Roger Moore und Tony Curtis bekannt wurde, ein Hackbrett fßr die Hauptmelodie verwendet.
⢠Marillion verwenden das Instrument auf ihrem 2009 erschienenen Akustik-Album Less Is More.cite-ref-7[7]
⢠Die australische Band Dead Can Dance verwendet fßr ihre Musik oft ein Hackbrett.
⢠Die Black-Metal-Band Botanist verwendet das elektrisch verstärkte und verzerrte Hackbrett anstelle der im Genre ßblichen E-Gitarre.
Country & Westernmusic
⢠Auf dem Album Silver von Johnny Cash kommt ein Hackbrett beim Titel (Ghost) Riders in the Sky zum Einsatz.
Jazz
Popmusik
⢠Auf dem Album Post der isländischen Sängerin BjÜrk wird sie beim Titel Cover Me einzig von einem Hackbrett begleitet.
⢠Impala Ray benutzt Gitarre, Percussion, Hackbrett und Tuba.
⢠Auf dem Leonard-Cohen-Tribute-Album von Bianca Stßcker und Mark Benecke ist ein Hackbrett stilbildend eingesetzt.cite-ref-8[8]
Geschichte der Hackbrettpädagogik
Bis ins 17. Jahrhundert hinein sind keine pädagogischen Aktivitäten im Hackbrettbereich belegt. Auch heute noch tritt die Hackbrettpädagogik auĂerhalb des engeren Rahmens von Hackbrett-Liebhabern wenig in Erscheinung. Als erster professioneller Hackbrettlehrer gilt Pantaleon Hebenstreit. Selbst Autodidakt, sollte er den vom Kaiser nach Dresden gesandten Max Hellmann auf seinem von ihm in GrĂśĂe und Tonumfang neu entwickelten Pantaleon ausbilden, was fĂźnf Lehrjahre erforderte.
Im Jahr 1754 erschien das erste Lehrheft in der Geschichte des Hackbretts. Es stammte von Minguet y Irol, wurde fĂźr das sĂźdländische Salterio geschrieben und befasste sich ausschlieĂlich mit der Technik des Zupfens. Doch kam diese Technik bereits gegen 1800 auĂer Gebrauch, so dass dieses Lehrwerk weitgehend ĂźberflĂźssig wurde.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Romantik die Bedeutung einer fßr das Hackbrettspiel geeigneten Pädagogik erkannt: 1848 verÜffentlichte C. Haight in Amerika sein Complete System for the Dulcimer, Joszef Schunda fßgte in Budapest dem von ihm 1874 vorgestellten Pedalcymbalon eine methodische Spielanleitung hinzu und 1886 verÜffentlichte C. Roylance in London sein Heft How to Learn the Dulcimer.
Danach verlangsamte sich dieser Aufschwung wieder: Um 1920 wurde in China die Hackbrettschule Yue-diao-qin-zue-bian gegrĂźndet, und in Belarus wurde eine Hackbrettschule nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet.
Zu jener Zeit begann sich in Ăsterreich und Oberbayern eine neue Art des Hackbretts zu verbreiten, die kurz vor dem Krieg von Tobi Reiser entwickelt worden war: das heute âSalzburger Hackbrettâ genannte Instrument ohne Teilungsstege und in Halbton-chromatischer Stimmung. Hierzu erschienen ab den 1960er Jahren mehrbändige Unterrichtswerke, darunter 1978 vom MĂźnchner Hackbrettdozenten Karl-Heinz Schickhaus und anschlieĂend von seiner Nachfolgerin Birgit Stolzenburg (Pizz und Batt, Band 1â4,1997/98).
1979 brachte Peter Pickow ein Lehrwerk heraus: Hammered Dulcimer. A complete guide to the hammered dulcimer for the beginning and the advanced player, Music Sales Corporation Nex Yord, London, Sydney.
1984 erschien ein weiteres englisches Lehrwerk: Playing the Hammered Dulcimer in the Irish Tradition von Karen Ashbrook im selben Verlag.
2002 erschien ein jazzpädagogisches Lehrwerk fĂźr das Salzburger Hackbrett von GĂźnter Ebel: Swinging Strings, Band 1 â Vom Silbensprechen zur Jazzmusik, Verlag vierdreiunddreissig, MĂźnchen.
Hochschulen
In Budapest, Minsk und Peking ist das Hackbrett in seiner jeweiligen landestypischen Erscheinungsform Teil des akademischen Lehrbetriebs, ebenso in Bayern und Ăsterreich.
Sammlungen historischer Hackbretter in Deutschland
Deutschland verfĂźgt trotz teilweise massiver Kriegsverluste immer noch Ăźber den reichsten Bestand an historischen Hackbrettern. Das Instrumentenmuseum in Berlin besitzt nach den Kriegsverlusten zwar nur noch acht Exemplare (vor dem Krieg noch 26), das Grassi-Museum in Leipzig hingegen noch 16 von einstmals 25. Den europaweit grĂśĂten Bestand kann das Germanische Nationalmuseum in NĂźrnberg mit 31 Exemplaren plus fĂźnf Paar Schlägeln aufweisen. Näheres Ăźber den Bestand ist auf der Homepage des Museums zu erfahren (leider ohne jegliche Abbildung).
Siehe auch
Literatur
⢠Brigitte Bachmann-Geiser: Volksmusik und Volksmusikinstrumente in der Kunstmusik der Schweiz unter besonderer Berßcksichtigung des Hackbretts. In: Volksmusik in den Alpen. Interkulturelle Horizonte und Crossovers. hg. von Thomas Nussbaumer, Verlag Mueller-Speiser, Anif 2006.
⢠Paul Gifford: The Hammered Dulcimer â A History. Lanham, Maryland and London 2001.
⢠Gerlinde Haid: Hackbrett. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 2, Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2003, ISBN 3-7001-3044-9.
⢠Emanuel Krucker: Das Hackbrett â 30 Stimmungen, Herkunft und Entwicklungen. Bichwil Gonten 2013.
⢠Karl Klier: Volkstßmliche Musikinstrumente in den Alpen. Kassel 1956.
⢠John Henry van der Meer, Brigitte Geiser, Karl-Heinz Schickhaus: Das Hackbrett: ein alpenländisches Musikinstrument. Schläpfer & Co., Herisau/Trogen 1975.
⢠AmadÊ Salzmann: Das Hackbrett im Wallis. Instrumentenbau und Spielanleitung. Rotten-Verlag, Visp 1988.
⢠Balint Sarosi: Die Volksmusikinstrumente Ungarns. (Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente, Serie 1, Band 1) Deutscher Verlag fßr Musik, Leipzig 1967.
⢠Karl-Heinz Schickhaus: Ăber Volksmusik und Hackbrett in Bayern. BLV MĂźnchen 1981.
⢠Karl-Heinz Schickhaus: Das Hackbrett. Geschichte & Geschichten. Folge 1 Ăsterreich. Tympanon St. Oswald 2001.
⢠Karl-Heinz Schickhaus: Das Hackbrett. Geschichte & Geschichten. Folge 2 Deutschland. Tympanon St. Oswald 2002.
Weblinks
Wiktionary: Hackbrett
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Hammered dulcimers
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Das Hackbrett in der Schweiz vor 1800
⢠Landes-Hackbrett-Bund Baden-Wßrttemberg e. V.
⢠Hackbrett.net â Verband Hackbrett Schweiz (VHbS)
⢠Hackbrett.de â Umfassendes Online-Portal mit Informationen Ăźber das Hackbrett
⢠Volksmusikschule.at â Geschichte des Hackbretts, Stimmung der Saiten
⢠ScottDulcimer.com â Das Hackbrett in England und Kanada
⢠Walliser Hackbrett
⢠Das moderne Hackbrett mit systematisch-chromatischer Tonanordnung
⢠Live-Auftritt einer Rockband bei Radio Bremen mit Hackbrett.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Reinhard Tafferner: Das Hackbrett in der Alten Musik. In: Hackbrett-Informationen, (Memento vom 18. Mai 2016 im Internet Archive), Nr. 27, 2012, S. 4
cite-note-22. â The hammered dulcimer. (Memento vom 7. Februar 2007 im Internet Archive) www.cutedogmusic.com
cite-note-33. â In: âSänger- und Musikantenzeitungâ, Bayerischer Landwirtschaftsverlag, MĂźnchen, H.4/1959
cite-note-44. â Text auch im Internet: âWie das Hackbrett zu neuem Leben kamâ von Tobi Reiser (Memento vom 3. September 2005 im Internet Archive)
cite-note-66. â Formosa und das Hackbrett. metal-heads.de, 14. März 2022
cite-note-77. â Liner-Notes im Booklet zum Marillion-Album Less = More